Indien baut schwimmende Solaranlage

Der australische Solaranlagenhersteller Sunengy hat mit dem indischen Anlagenhersteller Tata Power eine Kooperation zum Bau einer neuartigen Solaranlage angekündigt. In einem Pilotprojekt wollen beide Firmen zusammen in Indien eine schwimmende Solaranlage bauen.

Liquid Solar Array (LSA)

Das sogenannte “Liquid Solar Array” (LSA; oben im Bild, Bildquelle: Sunengy) wurde in Australien entwickelt, die industrielle Fertigung soll im August in Indien beginnen. Im Jahre 2012 soll dann im Hunter Valley in New South Wales, Australien eine größere Anlage installiert werden, bevor die Serienproduktion beginnt.

Die neuartige Solaranlage nutzt die sogenannte Konzentratorzellen-Photovoltaik-Technologie (CPV). Dabei werden die Sonnenstrahlen mit Hilfe einer Linse auf einer relativ geringen Anzahl Solarzellen konzentriert. Durch die Konstruktion auf dem Wasser verringert sich der Aufwand deutlich, die Anlage vor starkem Wind zu schützen. Bei schlechtem Wetter klappt die Linse automatisch ein und taucht unter Wasser. Zudem kühlt das Wasser die Solarzelle, so dass sich der Wirkungsgrad und die Lebensdauer der Anlage erhöhen.




Neues El-Nino-Ereignis beginnt

Vor der Westküste Südamerikas hat sich seit Ende Januar die Meeresoberfläche des Pazifiks deutlich erwärmt. Damit geht das aktuelle La-Nina-Ereignis zu Ende und es bildet sich ein El Nino aus. Die folgende Animation zeigt beeindruckend die Entwicklung der Anomalien der Meeresoberflächentemperaturen seit Anfang Januar 2011 (Datenquelle: Mercator Ocean):

Während zu Anfang des Jahres im Tropischen Pazifik (in der Bildmitte) vor allem Blautöne, also negative Temperaturanomalien vorherrschen, findet man seit Ende Januar vor der Westküste Südamerikas deutlich positive Anomalien. Diese breiten sich im März immer weiter nach Westen aus und verdrängen die negativen Anomalien.

Ein solches El-Nino-Ereignis hat Auswirkungen auf das Wetter in vielen Teilen der Erde, insbesondere in Südamerika. So kommt es häufiger zu Überschwemmungen entlang der Westküste Südamerikas, während der Regenwald im Amazonasgebiet unter Trockenheit leidet. Vor der Küste Mexikos könnten im Sommer starke Hurrikane entstehen.

Interessant ist auch die zeitgleiche Entwicklung auf der Nordhalbkugel: Sowohl der Nordpazifik, als auch der Nordatlantik sind zunächst wärmer als normal, seit Februar hat sich jedoch das Bild in beiden Ozeanen gewandelt. Es überwiegen nun die negativen Abweichungen. Sollten diese im Nordatlantik weiterhin bestehen bleiben oder sich noch verstärken, könnte dies auch Auswirkungen auf das Wetter in Europa in den nächsten Monaten haben, welche genau, ist aber sehr schwer zu sagen.




Wieder mehr Schnee auf dem Kilimandscharo

Nach Angaben von eturbonews nimmt die Schneebedeckung auf dem Kilimandscharo, insbesondere auf dem 5.895 Meter hohen Kibo Peak seit einiger Zeit wieder zu. Das folgende Bild zeigt, wie der Berg in Tansania von der Internationalen Raumstation aus im Jahre 2007 aussah (Bildquelle: NASA/flickr.com).

Der Kilimandscharo von der ISS aus gesehen

Jedes Jahr besuchen mehrere Zehntausend Touristen den etwa 330 km südlich des Äquatores liegenden Kilimandscharo. Diese konnten in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang der Schneebedeckung feststellen. Die Gründe dafür war aber vermutlich nicht der Klimawandel, sondern ein Rückgang der Niederschlagsmengen in der Region.Dieser Rückgang könnte mit der Veränderung der Landnutzung in der Region verbunden sein, wie eine Studie der University of Alabama vermuten lässt.

So führen Waldrodungen zu einem trockenren regionalen Klima, das heißt, zu einer Verstärkung von Dürreperioden und einer geringenen Wolkenentwicklung. Als Ergebnis fiel in den letzten Jahren weniger Schnee auf dem Kilimandscharo.In den letzten Monaten ist wieder mehr Niederschlag gefallen, so dass die Schneebedeckung wieder zunahm. Allerdings ist zu befürchten, dass dies ein vorübergehender Zustand ist, wenn nicht Aufforstungsmaßnahmen ergriffen werden, um das regionale Klima wieder feuchter zu gestalten.




Japan: Erdbeben veränderte Erdrotation

NASA-Wissenschaftler haben die Auswirkungen des Erdbebens in Japan, das fünftstärkste seit dem Jahr 1900, auf die Erdrotation berechnet. Jede Veränderung in der Masseverteilung hat einen Einfluss auf die Rotation der Erde. Nach aktuellsten Berechnungen dreht sich die Erde nun minimal schneller, so dass ein Tag etwa 1,8 Mikrosekunden kürzer geworden ist.

Seismograph - Aufzeichnungen der Aktivitäten des Vulkans Pinatubo (Philippinen)Auch die Symmetrieachse der Erde hat sich verschoben, und zwar um 17 Zentimeter in Richtung 133 Grad östliche Länge. Die Symmetrieachse ist nicht zu verwechseln mit der Rotationsachse, die sich etwa 10 Meter von ihr entfernt befindet. Die Rotationsachse der Erde kann nur durch externe Einflüsse wie Sonne, Mond oder Planeten verändert werden. Der Unterschied zwischen Rotations- und Symmetrieachse bedeutet, dass die Erde beim Rotieren minimal “schlenkert”.

Zu beachten ist allerdings, dass sich aufgrund der stetigen Veränderungen der Luft- und Meeresströmungen praktisch auch ständig die Erdrotation leicht verändert. Im Laufe eines Jahres kann so die Länge eines Tages um bis eine Millisekunde variieren. Das heißt, der Einfluss des Erdbebens auf die Erdrotation ist um den Faktor 500 geringer als der Einfluss von Atmosphäre und Ozean.

Ähnliches gilt für die Symmetrieachse. Diese variiert im Laufe eines Jahres um einen Meter, also etwa um den Faktor 6 stärker als durch das Erdbeben. Trotz des geringen Einflusses des Erdbebens, lässt sich aber vermutlich die Veränderung der Erdrotation messen, wenn die Einflüsse von Atmosphäre und Ozean eliminiert werden. Die Wissenschaftler wollen dies überprüfen, sobald genug Daten zur Verfügung stehen.